Aus dem Buch Win the MamaGame: Bevor wir beginnen
Du hast den Ratgeber gelesen. Du folgst den Mama-Accounts mit den guten Tipps. Du hast dir den Wecker auf fünf Uhr gestellt, für die Morgenroutine. Und du hast dich zusammengerissen, bis vier Uhr nachmittags.
Dann liegt die Hausübung auf dem Tisch, und es kotzt dich an, dass du genau weißt, wie es sein soll, und es trotzdem nicht hinkriegst.
Was du schon alles probiert hast
Die Liste dessen, was Mamas schon versucht haben, ist lang. Und sie ist bei fast allen gleich.
- Ratgeber. Fertige Antworten für fremde Kinder. Nach dem dritten Kapitel fühlst du dich geprüfter als vorher.
- Tipps aus dem Feed. Die Mama dort hat glänzendes Gemüse und Kinder, die freiwillig Zähne putzen. Deine Anzeigetafel im Kopf wird davon nur lauter.
- Die Morgenroutine mit dem Fünf-Uhr-Wecker. Eine Stunde, die du nicht hast. Nach einer Woche bist du müder als vorher.
- Das Wellness-Wochenende. Zwei Tage Ruhe. Am Montag liegt die Brotdose wieder da, wo sie immer liegt.
- Dem Partner sagen, dass er mehr übernehmen soll. Die Aufgaben verteilen sich. Das Gefühl, für alles zuständig zu sein, bleibt bei dir.
- Zusammenreißen. Hält bis 16 Uhr. Dann knallt es.
Nichts davon ist falsch. Es hält nur nicht.
Warum es nicht an dir liegt
Du hast nicht zu wenig versucht. Du hast fast alles versucht.
Jede dieser Lösungen hat denselben Haken: Sie kommt von außen. Jemand anderer weiß, wie es geht, und du sollst es umsetzen. Das ist eine Aufgabe mehr auf einer Liste, die sowieso schon zu lang ist. Und eine Prüfung mehr, bei der du dich fragst, ob du bestanden hast.
Keine dieser Lösungen fragt, was du willst.
Ich kenne das. Ich habe jahrelang auf die gehört, die sicher klangen. Und wenn du selbst keinen Boden hast, klingt fast jeder sicher. Ich habe sieben Jahre gebraucht, um mir wieder zu glauben.
Darum habe ich ein Buch geschrieben, das dir keine fertige Lösung gibt. Sondern Fragen, mit denen du deine eigene findest.
Leseprobe: So beginnt mein Buch
Leseprobe aus dem Buch Win the MamaGame
Win the MamaGame erscheint am 02.02.2027. Das sind die ersten Seiten.
Das MamaGame beginnt nicht bei deinem Kind. Es beginnt bei dir.
Ich werde dir in diesem Buch nicht erklären, wie du dein Kind morgens ohne Diskussion aus dem Haus bekommst. Ich verrate dir auch nicht die eine Abendroutine, mit der garantiert jedes Kind glücklich einschläft. Und ich verspreche dir ganz sicher nicht, dass dein Familienleben leicht wird, wenn du nur fünf Schritte exakt befolgst. Solche Versprechen klingen wunderbar. Ungefähr so wunderbar wie: Ich lege mich nur fünf Minuten aufs Sofa.
Denn so ist das Leben nicht. Und so sind Kinder schon gar nicht. Kinder haben die irritierende Angewohnheit, eigenständige Menschen zu sein.
Kinder sind keine Projekte, die wir erfolgreich abschließen. Familie ist keine To-do-Liste. Und Mamasein ist keine Prüfung, bei der am Ende jemand mit einem roten Stift danebensteht und entscheidet, ob du bestanden hast.
Trotzdem leben viele Mamas genau so – mit einer unsichtbaren Prüfungskommission im Kopf, die erstaunlicherweise niemals Feierabend hat.
Wir bewerten uns den ganzen Tag. War ich geduldig genug? Habe ich zu laut reagiert? War das Essen gesund genug? Habe ich mein Kind genug gefördert? Habe ich zu viel gearbeitet? Zu wenig gearbeitet? Zu viel erlaubt? Zu wenig Grenzen gesetzt? Und während wir versuchen, alle Erwartungen gleichzeitig zu erfüllen, verlieren wir ausgerechnet die Person aus dem Blick, die mitten in diesem Leben steht: uns selbst.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Du kümmerst dich. Du planst. Du organisierst. Du fängst auf. Du denkst für alle mit. Und irgendwann merkst du: Ich komme in meinem eigenen Leben kaum noch vor.
Was „Win the MamaGame“ heißt und warum Gewinnen hier nichts mit anderen Mamas zu tun hat, liest du im Buch.
Zum Mitmachen
- Was hast du schon alles probiert? Schreib es untereinander.
- Was davon hat länger als zwei Wochen gehalten?
- Bei welchem Punkt hast du gemerkt, dass er nicht zu dir passt, und trotzdem weitergemacht?
Dein nächster Spielzug
Nimm heute einen Zettel und schreib einen Satz darauf, der mit „Das muss man eben so machen“ anfängt. Du musst ihn noch nicht ändern. Du schaust ihn nur an. Hinschauen ist der erste Spielzug.
Im nächsten Beitrag geht es um die Anzeigetafel in deinem Kopf, die für jeden ruhigen Morgen einen Punkt vergibt.




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